
Normalerweise berichten wir von unseren Projekten und Begegnungen in Kenia. Dieses Mal ist es genau umgekehrt: Im April durfte ich meine Freundin und Mitgründerin unseres Vereins, Schwester Fely, für zwei Wochen in Mellau willkommen heißen. Für die Kenianerin war es die erste Reise nach Europa – eine Zeit voller neuer Eindrücke und unvergesslicher Begegnungen.
Bereits kurz nach ihrer Ankunft begann das große Staunen. Beim Besuch im Gemeindeamt erlebte Schwester Fely, wie rasch, zuverlässig und freundlich Anliegen bei uns erledigt werden. Für sie war es ungewohnt, wie selbstverständlich und verlässlich viele Dinge in unserem Alltag funktionieren, dass es für alle genug Arbeit gibt und das alle die Möglichkeit haben, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.
Besonders beeindruckt war sie von der Schönheit und Sauberkeit unseres Dorfes. Die gepflegten Häuser, die Blumen und die vielen Brunnen faszinierten sie. Kaum glauben konnte sie, dass man das frische Wasser daraus einfach trinken kann. Als Ordensschwester freute sie sich auch über die sichtbaren Zeichen des Glaubens in unserer Heimat: die Kirche, die Kapellen und die zahlreichen Bildstöckle.



Bei einem Besuch bei Johanna im Stall lernte sie die Landwirtschaft im Bregenzerwald kennen – in Kenia gibt es weder Zäune noch Ställe. Und auch keinen Schnee. Darauf freute sie sich am meisten. Ihren ersten Schneemann wird sie bestimmt nie vergessen. Bei uns zu Hause erlebte sie unseren Familienalltag hautnah mit. Mit viel Freude lernte sie, wie man eine Spülmaschine richtig einräumt oder mit einem Staubsauger arbeitet.
Ein weiterer Höhepunkt waren die Begegnungen mit unseren Freiwilligen, die Schwester Fely bereits aus Kenia kannte. Besonders begeistert war sie auch von den Besuchen in unseren Schulen. Als Lehrerin interessierte sie sich sehr für unser Bildungssystem und war beeindruckt von den Möglichkeiten, der Ausstattung und den vielfältigen Angeboten, die Kindern und Jugendlichen hier zur Verfügung stehen.


Nach zwei „KENIALEN“ Wochen fiel der Abschied nicht leicht. Gleichzeitig kehrte Schwester Fely mit großer Dankbarkeit in ihre Heimat zurück. Dankbar für die herzliche Aufnahme, die vielen Begegnungen und die Möglichkeit, eine für sie völlig neue Welt kennenzulernen.
Manchmal braucht es den Blick von außen, um zu erkennen, wie viel Schönes und Wertvolles wir direkt vor unserer Haustüre haben. Vieles, was uns selbstverständlich erscheint, ist in anderen Teilen der Welt alles andere als selbstverständlich. Die Begegnung mit Schwester Fely hat uns einmal mehr gezeigt, wie dankbar wir für die Lebensbedingungen in unserer Heimat sein dürfen.
Lisi <3









