A Million Dreams  -  wie ich mir einen Herzenswunsch erfüllte

Im Juni 2019 beschließe ich – praktisch von jetzt auf gleich – mir einen meiner Träume zu erfüllen.  Ich beschließe, ich reise nach Kenia und möchte helfen. Ich buche einen Flug, ohne genau zu wissen, was ich eigentlich tun möchte, wo ich in Kenia helfen möchte und mit wem. Ja, nennt mich verrückt! …daher begleitete mich wohl dieser Song in der folgenden Zeit – vor allem immer in jenen Momenten, in denen ich nicht sicher bin, ob ich das Richtige tue:

  

P!NK - The Greatest Showman

I close my eyes and I can see
A world that's waiting up for me that I call my own
Through the dark, through the door
Through where no one's been before
But it feels like home

 

They can say, they can say it all sounds crazy
They can say, they can say I've lost my mind
I don't care, I don't care, if they call me crazy
We can live in a world that we design

 

'Cause every night, I lie in bed
The brightest colors fill my head
A million dreams are keeping me awake
I think of what the world could be
A vision of the one I see
A million dreams is all it's gonna take
Oh, a million dreams for the world we're gonna make…

 

Es war an der Zeit selber tätig zu werden und nicht nur andere Menschen im Fernsehen oder sozialen Medien für ihre Taten zu bewundern. Ich befrage Google nach Möglichkeiten eines Volontariats und stoße auf kleine Probleme: ich habe nur 11 Tage vor Ort – das ist für ein  Volontariat zu wenig, ich müsste dafür noch viel Geld bezahlen, ich bin zu alt. OK, ich wusste nicht, dass es mit kurz vor 50 schwierig wird. JKurz bevor mich mein MUT verlässt, stoße ich auf die Homepage von PAMOJA – Lisi Felder und nehme sofort Kontakt auf.

 

Lisi hat mir umgehend zurückgeschrieben, sie war sofort begeistert von meiner spontanen und etwas verrückten Aktion. Zumal ich nun das unglaubliche Glück hatte, dass sie zu dieser Zeit auch in Malindi, Kenia sein würde. Wir telefonieren sehr lange und Lisi steckt mich mit ihrer Begeisterung noch mehr an. Eine Unterkunft wird noch während des Telefonats gebucht. Ich aktiviere für Sachspenden, die ich mitnehmen möchte, in den folgenden Tagen meine Arbeitskollegen und Freunde. Schließlich darf ich 40kg + 8kg Handgepäck mitnehmen. 

 

Ich bin heute noch überwältigt, welche Bereitschaft meine

Kollegen und Freunde zeigten. Kurz vor meiner Abreise hatte ich sicherlich über 100 kg Spenden zusammen, so dass ich eine schöne Auswahl zusammenstellen konnte. Und schon hier zeigten mir die Spenden: das wird nicht die einzige Reise bleiben :)


 

 

Am 17.07.2019 fahre ich mit einem Haufen Gepäck in Richtung

Flughafen. Ich bin sehr aufgeregt und dann kommt dieser Moment, wo ich denke: was tust du eigentlich hier?

 

Aber dann sind sie wieder da: die beiden Worte „TUN“ und „MUT“ – du musst schon rausgehen in diese Welt, wenn du etwas bewegen willst! Am 18.07.2019 lande ich am Mombasa Airport in aller Frühe und werde von Lisi herzlich mit einem „Karibu Kenya Kirsten“ in Empfang genommen.

 

Spätestens in diesem Moment habe ich keine einzige Sekunde mehr gezweifelt.




Am nächsten Tag geht es los. Wir fahren zum Small Home, einem Heim für Kinder mit Behinderung. Kaum angekommen, kommt der kleine Armani auf mich zugelaufen, streckt seine Arme aus, will auf meinen Arm und zeigt mir alles. Das Eis ist gebrochen und mein Herz geht auf. 


Es ist kaum in Worte zu fassen, was ich an diesem und den folgenden Tagen erlebe. Eins kann ich in jedem Fall sagen: ich bin entspannt wie nie, ich spüre eine unglaubliche Freude und Herzlichkeit. Egal wohin ich komme, die Menschen sind freundlich, herzlich und sehr dankbar.

  

Lisi hat alles so toll organisiert. Es werden Toilettenhäuschen gebaut, dazu werden Arbeiter angeheuert, Baumaterial besorgt und vor allem Projektkontrolle durchgeführt. Fließendes Wasser gibt es nicht, Trinkwasser muss gekauft werden, nur wenige Menschen haben Zugang zu einer ordentlichen Toilette. Wir helfen gerne, wo wir können :)

 

 

 

 

Auch für einen Ausflug zu „Hells Kitchen“
nehmen wir uns Zeit…. wunderschön!


Ich lerne in dieser Zeit sehr viel über die Menschen, ihre Lebensumstände und das Land.
Ich bin einmal mehr dankbar für alles was ich habe.

 

Ich denke, eins der vielen Projekte wird uns in Zukunft intensiv beschäftigen:

Das ist das Thema Aufklärungsarbeit für Mädchen zum Thema“ Menstruation“ und Nutzung von Hygieneartikeln. Die Tatsache, dass tausende Mädchen jedes Jahr viele Tage in der Schule verpassen, da sie sich keine Binden leisten können ist für uns kaum vorstellbar. Ein Paket kostet mindestens so viel wie ein Tageslohn. Die Schlagzeilen der Diskriminierung der Mädchen und das sich Mädchen deshalb umbringen, schockiert uns und macht uns unendlich traurig. Aber wir wissen, dass wir helfen können und haben uns sehr gefreut, dass wir schon anfangen konnten:

Diese Freude und Begeisterung der Mädchen macht so viel Spaß

Sie haben sich alle persönlich bei uns bedankt.

 

 

Neue Freundschaften – Mädels-Shoppingtour – Beachlife

…darf auch nicht fehlen!


Was mich sehr berührt hat, war auch definitiv die Tatsache, dass es für die Kinder keine Selbstverständlichkeit ist einen Tag am Strand zu verbringen. Sie hatten so eine unglaubliche Freude im Wasser und wollten gar nicht mehr rauskommen. Anschließend in ein Tuch gewickelt, ließen ein Keks und etwas Limonade ein Gefühl wie Weihnachten aufkommen. Diese Dinge sind für die Kinder etwas Besonderes, für diese Dinge hat eine Familie in der Regel kein Geld.

 

Und trotz aller Umstände ist dieses Land mit seinen Menschen bunt, herzlich, freundlich …

Danke Kenia – lieben Dank Lisi

 

Auf Wiedersehen – ich komme wieder – ich freue mich über jeden, der meiner Reise folgt und dieses Projekt unterstützt!

 

Ein Nachtrag:

Es hat mich keiner für verrückt gehalten - ich habe so viel positives Feedback und Bewunderung für meinen Mut erhalten, was mich darin bestärkt weiter zu machen Und daher habe ich es wieder getan, der Flug geht am 09.11.2019 – mit viel Gepäck!

Ich freue mich auf euch : )

 

Und: Juli 2020 steht liebe Lisi – die Projektreise geht weiter!