18. März 2018
Im September 2017 hat Dadu seine Ausbildung zum Lehrer am Muranga's Teacher College in Nairobi gestartet. Er ist ein sehr motivierter und fleißiger Student. Im Leben wurde ihm nichts geschenkt und so weiß er, seine Chance zu nützen. Ich durfte Dadu im November, kurz vor meiner Rückkehr, persönlich kennenlernen. Sein Lachen und seine fröhliche Art waren die schönste Art Danke zu sagen. Seither schreiben wir regelmäßig. Er erzählt mir vom Leben in Nairobi und von seiner Vergangenheit,...
22. Februar 2018
14. Februar Valentinstag. Ich war gerade im Kochunterricht mit den 3. Klässlern, als ich eine WhatsApp Nachricht von Celestine erhielt: „Wir haben schlechte Neuigkeiten vom Small Home. Ein Kind ist tot. Sie ist heute Morgen gestorben.“ Mir blieb das Herz stehen. Ich wollte natürlich sofort wissen, welches Mädchen, doch Celestine wusste es nicht. Ich versuchte mich, so gut es ging auf den Unterricht zu konzentrieren – was alles andere als einfach war. Mein Kopf war, wie so oft, in...
14. Januar 2018
Joseph Mwangi ist 15 Jahre alt und besucht die HGM Primary School in Malindi. Er ist in der 8. Klasse. Nachdem seine Mutter gestorben ist, kam er mit seinem Stiefvater, seinem Bruder Peter und seiner Schwester nach Malindi. Die beiden Buben sind keine leiblichen Kinder. Der Stiefvater erlaubt den Beiden zwar bei sich zu Hause zu leben, allerdings mussten sie sich selber einen „Unterschlupf“ aus irgendwelchen Abfällen bauen. Er weigert sich außerdem Joseph und Peter auf irgendeine Weise zu...
17. Dezember 2017
Ich habe mich sehr gefreut, als ich schon im September gebeten wurde, für das Mellauer Pfarrblatt einen Bericht über meinen Aufenthalt in Kenia zu schreiben. Den Bericht hatte ich Ende Oktober fertig … wenige Tage später erhielt ich den Anruf von der Einwanderungsbehörde. Ich entschied mich, den Bericht nicht mehr zu ändern, denn er beschreibt, WIE und WARUM ich im Small Home und bei den Schwestern gelandet bin.
11. November 2017
Jeden Sonntagabend gibt es ein gemeinsames „Familienabendessen“, abwechselnd im Priester- bzw. im Schwesternhaus. Die Familie besteht aus zwei Priestern (einer aus den Niederlanden und einer aus Indien), zwei Studenten (einer aus Indien und einer aus Kamerun), den drei Schwestern und mir. Ich werde liebevoll „Sister Novice“ genannt. Am Anfang war es etwas merkwürdig, aber mittlerweile fühle ich mich wirklich als ein Familienmitglied 😊 Die Männer haben – wie könnte es auch...
11. November 2017
Heute war ich in der Stadt unterwegs, um für „das große Backen“ im Schwesternhaus einzukaufen. Ein Junge – 7 Jahre – lief mir auf der Straße entgegen. Er trug einen runden Korb vor sich. Darin befanden sich 5 kleine Bananen. Vom Gelb war nichts mehr zu sehen – sie waren schwarz und einige begannen schon langsam zu schimmeln. Mittlerweile ist es in Malindi wirklich heiß. Es war 14:00 Uhr als wir uns begegneten, vermutlich war er schon seit dem frühen Morgen unterwegs. „Bitte...
24. Oktober 2017
Ich staunte nicht schlecht, als ich mich gestern Abend mit Rehema unterhielt. Normalerweise jammert sie jeden Abend, dass sie ihre Familie und ihre Freunde vermisst – doch nicht dieses Mal. Voller Vorfreude erzählte sie mir: „Morgen gehen wir alle nach Hause!“. Bei ihr bin ich mir nie so sicher, ob es wirklich stimmt was sie sagt, also fragte ich ein paar andere Kinder und um wirklich sicher zu gehen auch noch Aunty Lucy. „Ja das Small Home schließt für 2 Wochen wegen den Wahlen am...
20. Oktober 2017
Ich war gerade mit Rahim im Speisesaal und fütterte ihn, die Anderen waren alle schon fertig und gegangen, als Aunty Betty kam. An ihrem Gesichtsausdruck erkannte ich sofort, dass etwas nicht stimmte. Sie flüsterte: „Eliza, Selina ist gestorben.“ Selina ist vor 6 Wochen zum ersten Mal ins Small Home gekommen. Sie saß immer ganz verkrampft im Rollstuhl und konnte sich nicht bewegen. Essen bedeutete für sie große Anstrengung. Als ich sie das erste Mal fütterte hatte ich Angst, einen...
20. Oktober 2017
Ich habe Richard einmal erzählt, dass ich in China war – er war total begeistert und als ich ihn fragte, ob er Lust hat meinen „Chinafilm“ anzuschauen (den ich auf dem Laptop hatte), konnte er es kaum erwarten. Am Abend gingen wir in den Therapieraum und machen „Kinoabend“ – natürlich waren auch die Anderen sofort am Start. Zuerst schauten wir uns den Chinafilm an, dann folgten auch noch Russland und Mongolei. Dazu gab es „Keksle“ die mir meine Mama geschickt hatte –...
16. Oktober 2017
„Lisi, hascht mon scho eatz voar? I sött dau eatz a Stuck wit dussa ga aluaga gau. Wind luscht hascht neam di mit.” – Xaver. Diese Möglichkeit konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und ich freute mich schon auf den nächsten Tag. Ich hatte keine Ahnung wo wir hingehen und was wir machen. Am Morgen bekam ich eine SMS: „Goata Morga Lisi, hea vrgeasso zum seiga, dass no an Ma mitfahrt, I hoff as weart dr din nüd z eng!“ (Xaver hat einen Pick Up mit einer Sitzreihe und ich...

Mehr anzeigen