Moskito oder Biene?

 

Alle hier freuen sich schon auf die großen „Sommerferien“. Lehrer sowie Schüler – irgendwie ist es doch überall gleich 😉. Morgen beginnen die Abschlussprüfungen in allen Klassen und in zwei Wochen ist dann endlich Schulschluss. Anders als bei uns, feiert man hier den Abschlussgottesdienst nicht am letzten Schultag, sondern am Tag vor Prüfungsbeginn. „Hilfe von Oben“ kann bei dem ein oder anderen sicher nicht schaden – wäre auch bei uns eine Überlegung wert! 

Jeden Montag haben die Schüler am Morgen eine Versammlung. 1.700 Schüler sitzen auf dem Sandboden vor dem Hauptgebäude. Die Lehrer sitzen, (natürlich!) in Plastikstühlen, am Rand und passen auf, das aufgepasst wird. Jeder versucht sich einen Platz im Schatten zu suchen. Um 9:00 Uhr begann dann die Messe. Ich saß mit „meinen Kindern“ ganz hinten und muss ehrlich gestehen, viel habe ich von der Messe nicht mitbekommen. Zuerst dauerte es, bis alle im Schatten saßen, dann sprach der Priester nur Kiswahili und gegen Ende begannen ein paar Jungs neben uns mit einem Kreisel (den sie aus Plastikdeckeln und kurzen Holzstäbchen gemacht haben) zu spielen. Die Predigt allerdings, welche in Englisch war, blieb mir aber im Gedächtnis:

 

 

 

Moskitos. Moskitos arbeiten nur wenn es dunkel wird, sie gehen zu den Menschen und Tieren, saugen ihr Blut und haben ein gemütliches Leben. Bienen wiederum arbeiten sehr hart, Tag und Nacht sind sie bemüht, soviel Nektar wie möglich zu finden, um den begehrten Honig zu produzieren. Den Honig machen sie nicht nur für sich selbst, nein, sondern auch für andere. Dann stellte er die Frage: „Wer von euch will ein Moskito werden?“ Niemand zeigte auf. „Wer von euch will wie eine Biene sein?“ – Zack, alle streckten ihre Hände weit in die Luft (logisch, dass sich niemand traut bei Moskito aufzuzeigen 😉).

 

 

 

Für mich war die Predigt wirklich motivierend, denn ab und zu, wenn es nicht ganz so läuft, wie ich es mir

 

vorgestellt habe (ja, auch das kommt vor, nicht oft, aber es kommt vor) frag ich mich schon – „Was mache ich hier eigentlich?“